Beitrag von Mathis Bernhardt
Es war von vorneherein klar, dass die Reise nach Ilula sehr lange und äußerst anstrengend werden würde. Nichtsdestotrotz kristallisierte sich bereits am Flughafen Düsseldorf heraus, dass eine erstklassige Chemie in unserer Reisegruppe herrschte. Demnach wurde während der Anreise viel gelacht, sich bereits gut kennengelernt und der baldigen Ankunft bei IOP Tansania entgegengefiebert. Hierbei wurde spätestens am Flughafen von Dar es Salam deutlich, dass sich unsere Reisegruppe nun in einer anderen Welt befand.
Nur dank des unglaublichen Durchhaltevermögens von Jos und einer zweifelhaften Strafzahlung von umgerechnet 100 US Dollar wurde es uns schließlich vom Kontrollpersonal gestattet, die zahlreichen mitgebrachten medizinischen Hilfsgüter ins Land bringen zu können. Diese Situation war für unsere Reisegruppe sehr aufregend und sorgte vorübergehend für Anspannung, welche allerdings mit einem „Happy End“ bereinigt werden konnte.
Die nächste Überraschung war die freudige Begrüßung durch Tamari, die uns während der Busreise nach Ilula begleiten würde. Das Gepäck, welches nicht mehr in den Reisebus selbst passen wollte, wurde von der geübten Hand unseres Busfahrers auf dem Dach des Busses ordentlich festgezurrt und befestigt, damit ja kein Koffer während der Fahrt verloren gehen würde. Auch die Busreise selbst war ein wahres Abenteuer durch die verschlungenen Stadt- und Dorfstraßen, wobei man kaum schlafen wollte, um die ganzen Eindrücke durch das Fenster in sich aufsaugen zu können. Straßenverkäufer buhlten um unsere Gunst, die uns unbedingt ihre Waren wie Früchte, Nüsse oder Souvenirs verkaufen wollten. Da wir noch etwas überfordert und schüchtern agierten zu Beginn der Reise überließen wir den landeserfahrenen Teilnehmern (Tamari und Jos) das Feld und den Einkauf der dargebotenen Waren.
Im Zuge der Busreise war direkt zu erkennen, dass die sozialen, sozioökonomischen und sozialen Gegebenheiten und Ausgangsstellungen in Tansania in jeglicher Hinsicht unterschiedlich sein würden im ergleich zu den Gegebenheiten in Deutschland.


Darüber hinaus führte uns die Reiseroute durch einen lokalen Nationalpark, wobei wir zu Beginn der Reise eigentlich gar nicht damit gerechnet hatten, dabei eventuell sogar Wildtiere sehen zu können. Hierbei wurden wir total überrascht über die Fülle von Wildtieren, die sich bei der Durchfahrt der offiziellen Nationalparkstraße in ihrem natürlichen Habitat beobachten ließen. Zu sehen waren zahlreichen Herdentiere wie Gnus, Zebras und Antilopen sowie afrikanische Borstenwildschweine (wie im König der Löwen zu sehen). Vor allem die hochgewachsenen Giraffen waren wunderschön anzusehen, wobei die Elefanten einen wahrhaft majestätischen Anblick darboten.
Im Zuge des letzten Teils der Busreise fuhr unser Bus Meter um Meter in höher gelegene Bereiche in Zentraltansania. Dabei bemerkten wir einen plötzlich einsetzenden Luftzug in diesen Regionen, womit die Hitze der Trockenzeit deutlich angenehmer zu ertragen war. Nach der abenteuerlichen Busreise und der ein oder anderen Polizeikontrolle kamen wir schließlich im Dorf Ilula an, wo sich der IOP Tansania Stützpunkt befindet.
Wir waren sprachlos über den festlichen und unglaublich gastfreundlichen Empfang, der uns dort von den Waisenkindern und dem Mitarbeitern von IOP Tansania dargeboten wurde. An diesem Abend wurde für uns gesungen, gekocht, getanzt was das Zeug hielt und Reden gehalten, womit die Strapazen der Anreise schnell vergessen waren und wir mit großer Vorfreude auf die kommenden Tage blicken konnten. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass der Besuch von IOP Tansania eure Sicht auf viele Dinge im Leben verändern wird!
Liebe Grüße an alle, die diesen Anreisebericht lesen
Mathis Bernhardt
